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Die außergewöhnliche Geschichte des kleinen Jan - oder ein glückliches Ende

Ich züchte seit 2 Jahren Brieftauben und setze ein paar auf Tribünenflügen. Außerdem bin ich regelmäßig beim Stammtisch von Brieftaubenzüchtern aus der Umgebung in Aichazandt und besuche meine Sportfreunde Werner, Walter, Ingo, Gockel und Helmut in Sulzbach-Rosenberg, vor allem an den Flugtagen.

An einem Mittwochmittag rief mich mein befreundeter Züchterkollege Werner Troidl an. Er war im Winter mit einem Freund in Belgien und hatte u.a. zwei Herbstjunge (Vogel und Weibchen) des bekannten „Jan" (6 x 1. Konkurs, 40 x im ersten 10tel) von Heremans-Ceusters x Tochter Samson (der flog 1. Konkurs gg. 33097 Tb.) bei Marina van de Velde gekauft. Ich wollte schon lange auch solche Tauben, aber bei einer Wartezeit von 2 Jahren, machte ich mir da keine Hoffnungen.

Nun konnte ich Werner überreden mir diese beiden Tauben zu überlassen. Er rief an und zwei Stunden später standen mein Mann Peter und ich bei Werner auf dem Hof. Diese einmalige Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen. Als ich den Vogel in den Korb setzen wollte, wehrte er sich dagegen. Er hatte gerade Junge, die aber an diesem Mittwoch abgesetzt wurden. Werner wollte schon fast einen Rückzieher machen, als er das sah.

Als ich mit den beiden Tauben nach Hause fuhr war ich überglücklich. Zuhause brachte ich sie in den Jungtierschlag, da mein Zuchtschlag schon voll besetzt war. Lange stand ich bei den Tauben und konnte es nicht fassen, dass ich sie bekommen hatte.

Am nächsten Spätnachmittag wollte ich meine vier Jungtauben fliegen lassen. Ich setzte sie alle in den Ausflug, versperrte ihn von innen und ließ die Kleinen raus.
Dann öffnete ich das Fenster zum Ausflug wieder und ließ die Plexiglasscheibe beim Einsprung zur Hälfte runter, so dass die zwei neuen Tauben nicht rauskommen, aber die Jungtauben wieder in den Schlag konnten. (So dachte ich)

Eine Weile sah ich den Tauben beim Fliegen zu und ging dann in den Zuchtschlag zum Saubermachen. Gerade als ich den Schlag verließ, hörte ich Flügelklatschen und sah eine fünfte Taube. Im ersten Moment dachte ich: „Jetzt schon der erste Zuflieger?" Dann durchfuhr mich der Blitz und ich rannte zum Jungtierschlag. Im letzten Augenblick konnte ich verhindern, dass das neue Weibchen durch den Einsprung kletterte. Mir wurde heiß und kalt,  ich schlug mir die Hände vors Gesicht und dachte nur: „Nein, bitte nicht!!!!" bevor ich in den Jungtierschlag schaute. Aber es war passiert; der Vogel war durch den halb geöffneten Einsprung nach draußen „gekrabbelt". Ich konnte es immer noch nicht glauben.

Fix und fertig rief ich Werner an und erzählte ihm das Unglück. Er war natürlich auch tief betrübt und meinte, der Vogel kann nicht weit sein, da er noch nie geflogen ist und dass er wahrscheinlich heim zu seinen Jungen will.
Darauf hin suchte ich mit meiner Tochter Nadine die gesamte Nachbarschaft bis zur Dunkelheit nach dem „kleinen Jan" ab, hatte aber keinerlei Hoffnung dieses Tier jemals wieder zu sehen, da es sich nach nur einem Tag ja gar nicht bei mir einleben konnte. Auch das Trösten meines Mannes und meiner Kinder nützen nichts. An diesem Abend war ich nicht mehr ansprechbar.

Am nächsten Morgen, es war der Freitag, 23.4.10, als ich um 7.15 Uhr zu den Tauben ging, sah ich kurz eine Brieftaube fliegen. Ich dachte, dass es vielleicht der Jan sein könnte und ließ sofort alle Jungtauben raus, in der Hoffnung, dass sie ihn anziehen würden. Den ganzen Vormittag hing ich am Fenster oder war im Garten mit dem Gesicht zum Himmel zu sehen. Und wirklich am frühen Nachmittag sah ich wieder eine Brieftaube fliegen. Ich verfolgte sie mit meinen Blicken und sah sie ca. 200 m weiter auf einem Dach landen. Ich holte meinen Feldstecher und rannte zu dem Haus. Und tatsächlich, es war der kleine Jan. Überglücklich rief ich Werner an und erzählte ihm alles. Er riet mir: „Geh mit Tauben zu diesem Haus und lass sie von dort aus nach Hause fliegen." Ich machte dies sofort, aber der Vogel blieb auf dem Dach. Traurig ging ich zu unserem Haus zurück. Doch nach einer Weile kam der kleine Jan zu unserem Haus geflogen und landete. Den ganzen Nachmittag war er immer wieder hier oder in der Nähe. Wenn er weg war, saß ich wie auf Kohlen und mir ging es sehr schlecht, sobald er aber auf unserem Grundstück oder in der Nähe sichtbar war, hatte ich wieder die Hoffnung ihn irgendwie wieder zu bekommen. Aber am Abend ist er verschwunden und ich machte mir wieder große Sorgen. Wir haben bei uns ein massives Greifvogelproblem. Aus diesem Grund kann ich auch leider nicht am Reisen teilnehmen. Auch standen am Samstag die ersten Preisflüge an und die Tauben gehen oft über unser Tal drüber.

Am Samstag stand ich um 7.20 Uhr wieder im Garten und sah meinen kleinen Jan fliegen. Sofort ließ ich meine kleine Schwarze (eine meiner Jungtauben, mit dem der Vogel am Tag zuvor schon etwas Freundschaft geschlossen hatte) raus.

Er war mal bei uns, dann wieder weg. Am Freitag noch, riet mir Werner eine blaue Tränke gut sichtbar an den Ausflug zu stellen. Ich hatte das obere Teil draußen und das mit Wasser gefüllte Unterteil und etwas Futter innen platziert. Gegen Mittag war er auf unserem Dach, ich ging auf unseren oberen Balkon und sah ihn dasitzen mit blinzelnden Augen. Er hatte großen Durst und ich wieder Hoffnung.

Und dann kam es. Er flog mit der kleinen Schwarzen gegen 15 Uhr los. Als er über meinen Schlag war und die Tränke sah, ging ein Ruck durch ihn. Er blieb beinahe in der Luft stehen, kehrte um und landete wieder auf unserem Dach. Ich wollte das Oberteil noch in den Ausflug stellen, aber er war bereits schon auf dem Jungtierschlag geflogen. Ich setzte mich auf den Rasen und hoffte. Als erstes ging die kleine Schwarze rein. Sie trank und fraß sofort. Das sah der Vogel natürlich. Er brauchte etwa 5 Minuten bis er auf dem Ausflugbrett stand. Diese 5 Minuten kamen mir wie 5 Stunden vor und ich hoffte die ganze Zeit, dass ihn jetzt nichts stören würde. Er beugte sich ein paar Mal in den Ausflug und am liebsten wollte ich ihn einen Stoß geben. Doch der Durst und Hunger siegten und er sprang in den Ausflug. Ich rannte schnell zum Schlag und machte den Einsprung zu.

Ich kann es immer noch nicht glauben, bin sehr dankbar, dass ich den Vogel wiederbekommen habe und gehe immer wieder zum Jungtierschlag um nach ihm zu sehen.

Heute ist er den 3. Tag wieder da; ist bereits der Boss im Schlag, hat ein kühles Bad genommen und lässt sich von seiner Schwester verwöhnen.

Da er, nach nur einem Tag Aufenthalt bei mir, wieder zurückgekommen ist, versuche ich ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen, weil ich weiß wie außergewöhnlich er ist.

Claudia Schwarm

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 Durch diesen Ausflug entkam der Vogel  Der „kleine Jan" wieder in seinem neuen Zuhause

     

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